Ein bisschen Provence im Garten – Lavendelfeld anlegen

3 Apr 2018

Damit auch in der kommenden Saison genug Lavendel für Konfitüre und Sirup zur Verfügung steht, haben wir den Entschluss gefasst, im Garten in Südfrankreich eine ungenutzte Wiese in ein Lavendelfeld zu verwandeln. Auf dem rund 300 Quadratmeter grossen Feld standen einst abgestorbene Bäume, mit Efeu überwucherte Baumstümpfe und – immerhin – ein paar Iris, die immer gerade dann blühten, wenn keiner da war. So musste zuerst das Wiesland von den toten Bäumen befreit und anschliessend der Boden zweimal maschinell durchgeackert werden.

 

Bald war klar, dass bei der zu bepflanzenden Fläche ein Gang ins Gartencenter nicht ausreichte, um ein paar Lavendelstöcke zu kaufen. Jetzt musste eine richtig grosse Menge her! Der Inhaber des Lavendelmuseums (Musée de Lavande) in Saint-Remèze wusste Rat – er war nämlich selber auch Produzent verschiedener Lavendelsorten.

 

So wurden kurz nach Ostern 400 Töpfchen mit gesunden, kräftigen Lavendelpflanzen geliefert. Als Sorte haben wir uns für Lavandin (Lavandula Intermedia, «Provence-Lavendel») entschieden – auch aufgrund des vorgesehenen weiteren Verwendungszwecks. Der Lavendel dieser ertragreichen, starkwüchsigen Sorte eignet sich gut für Duftsäckchen, Teemischungen, Konfitüre und zum Destillieren. Da seine Blüten jedoch beim Trocknen an Farbe verlieren, ist er mit seinen grau-blauen Blüten nicht sehr dekorativ. Für Dekorationszwecke eignet sich der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) besser.

 

Lavendel ist wie geschaffen für Südfrankreich: Er mag karge, nährstoffarme Böden und einen vollsonnigen Standort. Zuerst waren die vielen Steine im Boden einfach nur ärgerlich – doch für den Lavendel sind sie perfekt. Sie speichern die Wärme und bewirken, dass der Boden wasserdurchlässig bleibt. Was der Lavendel nicht mag, ist Staunässe. Giessen und düngen ist nicht nötig.

 

Kaum zu glauben, dass ein Pflanzabstand zwischen den Pflanzen von 40 cm eingehalten werden muss, zwischen den einzelnen Reihen sogar 1 Meter 30! Dies deshalb, weil ein blühender Lavendelstock dieser Sorte bis 80 cm hoch und einen Meter breit werden kann.

 

Die antibakteriellen Eigenschaften dieser genügsamen Heilpflanze machen den Lavandin beliebt für die Kosmetikindustrie (Seifen, Parfüm, Hydrolat, ätherisches Öl). In der Provence und der angrenzenden Ardèche wird daher vor allem diese Sorte angebaut.

 

Mehr über die verschiedenen Sorten und Verwendungszwecke erfährt man übrigens im Lavendelmuseum (Musée de Lavande) in Saint-Remèze / Ardèche. Ein Besuch lohnt sich!

 

 

 

 

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